Petra Kleine

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„Es ist doch eh schon alles entschieden“ | Wie geht gute Bürgerbeteiligung und warum?| Eine Ermutigung

Wie kann die Bürgerbeteiligung zur Sanierung unseres Stadttheaters und zum Neubau eines „Kleinen Hauses“, den Ingolstädter Kammerspielen, aussehen? Was zeichnet gute Bürgerbeteiligung aus? Wird sie politisch überhaupt gewollt, ist nicht eh alles schon entschieden? Diese Fragen treiben aktuell viele um – in Verwaltung, Politik und vor allem bei den Bürgerinnen und Bürgern. Die „breite Bürgerbeteiligung“ ist zwar im Stadtrat beschlossen, aber eben nicht konkret, noch nicht dargestellt, ist vage geblieben. Deswegen konnten sich nach dem ersten Informationsabend „Bürgerbeteiligung Kammerspiele“ (15. Februar 2017, Bericht hier) Skepsis und Zweifel dazu breitmachen.

Kann man es sich bei diesem Projekt – Stadttheatersanierung, Neubau Kleines Haus/Kammerspiele, Volumen um die 130 Mio – überhaupt leisten, eine Bürgerbeteiligung anzubieten, die nicht demokratischen Qualitätskriterien entspricht? Kann man sich eine Bürgerbeteiligung leisten, die wie Frontalunterricht funktioniert oder nur pro forma ist oder so wie beim Georgianum? Nein! Denn das würde das auch das Projekt gefährden.

 Bürgerbeteiligung bringt Planungssicherheit!

Das Interesse der Bürgerschaft an ihrem Theater und ihrer Stadtsilhouette ist groß. Ebenso wie die Forderung nach ausreichender Information, nach Mitentscheidung und Mitgestaltung berechtigt ist. Und das letzte, politisch sehr kontroverse, Jahr 2016 hat das vertrauen in die Politik geschwächt und die demokratische Forderung nach echten Alternativen gestärkt. Das macht es im konkreten Fall schwer vermittelbar, nur zu dem einen Standort am Theater einen Grundsatzbeschluss zu fassen.

Mit den politischen Möglichkeiten von Bürgerbegehren und -entscheid haben die BürgerInnen zudem echten Einfluss – sie können gestalten oder eben auch verhindern. Gerade für solche Bauprojekte ist es ein geeignetes Mitbestimmungs-Instrument: konkret, übersichtlich, gut vermittelbar. Nicht zuletzt dies ist ein starkes und druckvolles Argument dafür, die Bürgerinnen und Bürger (dieses Mal) verlässlich, konkret, verbindlich und (pro)aktiv an der Entscheidungsfindung zu beteiligen.

Die Chance ist groß, dass mit einem guten, demokratischen Beteiligungsprozess viel Positives für die ganze Stadtgesellschaft entsteht, das, was man Zusammenhalt nennt. Jetzt ist daher auch die Zeit für die BürgerInnen selbst, konkrete Ideen einzubringen, wie sie sich Beteiligung vorstellen. Konkrete Vorschläge einzubringen. Als grüne Stadträtin mache ich das sicher auch, ist ja meine Aufgabe. Doch es ist jetzt vor allem die Stunde der BürgerInnen.

Verzagtheit in der Auseinandersetzung, ein „zu spät“ oder „zu früh“ aber auch „ist eh schon entschieden“ sind fehl am Platz. Es gilt zu akzeptieren, dass bereits zu diesem frühen Zeitpunkt**** grundsätzliche Ablehnung zum Standort am Theaterparkplatz geäußert wird (Stadtheimatpfleger), dass andere Standorte bevorzugt würden (Klenzepark) und auch, dass es mit dem Intendanten, dem Kulturreferenten, unter ArchitektInnen oder Theaterfreunden viele gibt, die den Standort für ideal halten, die sich eine Aufwertung für das ganze künftige Kulturufer erwarten.

Das Vertrauen in einen dennoch offenen Entscheidungsprozess und vor allem das Vertrauen in das Gelingen guter Architektur an einem/diesem sensiblen Ort ist in Ingolstadt aktuell nicht sehr groß. Zu Recht, wie ich meine, wenn man zurück schaut. Doch ich möchte nach vorne denken und mit Zuversicht die Stadt weiterbauen. Und zur Einmischung ermutigen.

Die Bürgerinnen und Bürger sollten sich daher unbedingt ihrer demokratsichen Stärke bei diesem Theater-Projekt bewusst sein. Die Haltung „Ist doch eh schon alles entscheiden. Wie immer.“ ist verständlich und nachvollziehbar, gerade für diejenigen, die sich seit vielen Jahren mit Argumenten und Alternativen einmischen. Aber nein, heute ist nicht wie immer. Denn heute ergibt sich für Stadtverwaltung und Stadtrat(smehrheit) die unbedingte Notwendigkeit, diesmal nicht nur besser, sondern gut zu beteiligen. Sie müssen aus den Beispielen lernen, die zum Verdruss der BürgerInnen beigetragen haben**. Wenn man das Projekt Kammerspiele an diesem hochsensiblen Standort realisieren möchte, muss nicht  nicht nur die Architektur qualitätvoll sein,  auch die Bürgerbeteiligung!

Sonst nehmen die BürgerInnen das Heft selbst in die Hand, …

… denn auch sie haben gelernt -als die Bürgerinitiative „Kein Koloss am Schloss“ zum Bebauungsplan Kongresshotel „nur“ Argumente ins Feld geführt und ein rechtlich wirksames Instrument wie ein Bürgerbegehren eben nicht eingesetzt hatte. Es gab natürlich Gründe für diese Entscheidung. Einer war damals (2012) gewesen, dass zum einzig möglichen Zeitpunkt für einen Bürgerentscheid (Beschluss Bebauungsplan) das Thema Kongresshotel in der breiten Bevölkerung „gefühlt“ noch nicht so kritisch gesehen wurde (noch keine konkreten Planungen, widersprüchliche Bild-Darstellungen, Beteiligung des größten Arbeitgebers AUDI) und sie daher emotional noch nicht erreichbar war.

Bei dem geplanten Kammerspiele-Neubau an der schönsten Stadtansicht mit den Baudenkmälern Stadttheater, Neues Schloss (mit ehem. Schlosskeller) bis hin zum geliebten Kavalier Dallwigk, ist das ganz sicher anders. Allein im Theater und Festsaal sind  jährlich mehr als 300.000 Besucher unterwegs, vielen ist das Haus und dieser Ort in ihrer eigenen Lebensgeschichte ein Erinnerungsort und Bezugspunkt und daher auch emotional wichtig. Das kann man jetzt schon spüren und das ist das Beste für eine (gute) Bürgerbeteiligung und für gute neue Kammerspiele!

KONKRET Bürgerbeteiligung Kammerspiele | Was bisher überlegt wird an Bausteinen zur Bürgerbeteiligung  (sinngemäß und nach meinen Informationen, also informell und nicht vollständig, doch so kann man mal einen Überblick bekommen)

  • Informationsveranstaltungen jeweils zu den nächsten Schritten
  • Internetplattform mit Informationen und Dokumentation über Beschlusslage, Sachstand, technische Daten, Grundstücksflächen, Planungen, Fragen und Antworten, nächste Schritte, Bürgergruppen, Diskussionsforum und Veranstaltungskalender …
  • Grundsätzliche Informationen zum Stadttheater (Sanierung, Neubau Kammerspiele, Theaterrestaurant) zur Geschichte, Architektur und Philosophie des Haues
  • Vorträge, Führungen vom/im Theater, Kunstverein, Stadtverwaltung, Fachgruppen, Bürgerinitiativen … (hier stellt sich die Frage der unterstützenden Ressourcen für freie Angebote)
  • Wettbewerbe zu Standort und Architektur, natürlich auch mit Ausstellungen, Werkberichten zu den teilnehmenden Architekten und Führungen (fachlich, bürgerschaftlich)
  • Empfehlungs- oder Abstimmungsmodelle (Punkte kleben, online-Voting…) mit den Erfahrungen aus dem Gestaltungsverfahren zur Fußgängerzone
  • Beteiligung der Nutzer (Theater, Theatergemeinde e.V., Freunde des Theaters e.V., Kunstverein) sowie VertreterInnen der Bürgerschaft an der Jury der Wettbewerbe (mit/ohne Stimmrecht)

Was in den sozialen Medien diskutiert wurde und was man auch einbringen könnte.

  • Livestream von den Veranstaltungen (aus Facebookgruppe „Ingolstadt diskutiert“);
  • Ersatzspielstätten – Anmerkungen zu einem zielgerichteten Vorgehen für die politischen Entscheidungen (ingolstadt.wiki)
  • Bürgergutachten | Etwas ganz anderes und neues, für dieses wichtige Projekt. Die Teilnehmenden für das Bürgergutachten werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, werden umfassend informiert und erarbeiten daraus Lösungen: finanziell freigestellt, unvoreingenommen, freiwillig und ohne persönliche Interessen, nur am Gemeinwohl und an einer sachgerechten Lösung orientiert. Am Ende steht ein »Bürgergutachten«, das maßgeblich die Entscheidungen von Politik und Verwaltung bestimmen soll. Bei diesem Verfahren, auch genannt  „Planungszelle“ werden z.B. Migrantinnen ebenso eingebunden wie Berufstätige, Hausfrauen/-männer, Alleinerziehende etc. weil eben nach einem Zufallsprinzip ausgewählt wird.
  • ….. Hier könnten weitere Empfehlungen zur Bürgerbeteiligung stehen. Natürlich ein paar Zentimeter weiter unten, bei den Kommentaren oder eine e-mail an petra.kleine(at)ingolstadt.de

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Hosen runter! Wenn die Opposition Fragen stellt, muss vorher gemessen werden …

Eigentlich. Ich wollte hier eigentlich nur die GRÜNE Stellungnahme zur Blickpunkt Ingolstadt-Umfrage einstellen, da sie vom Blickpunkt selbst leider nichtveröffentlicht wurde.  Warum eigentlich nicht, waren wir zu sachlich? Oder wollte man die Frage „Cui Bono?“ nicht hören. Platz wäre im Internet dafür auf jeden Fall noch frei gewesen.

Doch hier jetzt einfach nur die GRÜNE Stellungnahme einstellen? Nein, doch ein paar Worte vorab, warum diese Umfrage so kontrovers gesehen wird. Nun ja kontrovers nicht, eigentlich ware sich doch viele einig, dass hier wenig sachgerecht, wenig präzise und vor allem unter Generalverdacht gefragt wird. Unverschämt, schreibt nicht nur ein Kommentar dazu. Ich denke, es wird in der Stellungnahme der GRÜNEN (s. unten) klar: wir Stadträt*innen nehmen das gestiegende Informationsbedürfnis der Bevölkerung ernst.  Und darum gehts. Aber auch um Seriösität in Politik und Journalismus.
Die Opposition in Ingolstadt stellt Fragen , weil es ihre Aufgabe als Stadtrat ist, weil es umfassende staatsanawaltliche Ermittlungen gibt, die bis in den Stadtrat hineinreichen, bis in die Spitze von Aufsichts- und Verwaltungsräten! Wer sowas macht, also kritisch nachfragt, das legt blickpunkt nahe, muss damit rechnen, dass es heißt: Hosen runter! Denn jetzt wird erstmal gemessen, und zwar mit moralischen Maßstäben. Und wer sich nicht nackig macht, sollte mal gleich überlegen, ob es etwas zu verbergen gibt. Niemand hatte etwas zu verheimlichen, war dann schließlich das Fazit, das Blickpunkt zog, als 80% der Stadträte geantwortet hatten. Und so rückt das Blatt die Stadtratsmitglieder – erstmal alle und dann speziell die, die neben ihrem ehrenamtlichen Stadtratsmandat einer beruflichen  Selbstständigkeit nachgehen und dabei auch für Stadt/städt. Gesellschaften arbeiten –  in die Nähe dieser staatsanwaltlichen Ermittlungen, die nach wenigen Wochen bereits Kündigungen und Mandatsniederlegungen zur Folge hatten. Vermischen von Sachverhalten, Äpfel mit Birnengezielte Desinformation in postfaktischer Zeit. Cui bono fragt man sich – nun ja, der Nutzen ergibt sich …
Zudem gibt es seit langem Initiativen im Stadtrat für eine neue, freiwillige und selbstverpflichtende Ehrenordnung für die Ingolstädter Stadträt*innen, in der mehr als jemals zuvor informiert wird: über Berufstätigkeit, Vereinsämter, Aufsichtsratsposten, Gesellschaftsbeteiligungen und anderes mehr. Seriös, für alle gleich und ohne Generalverdacht, doch mit dem Willen zur Tranparenz und auch zur Korruptionsprävention.
Unten kann man sich selbst ein Bild machen und in der grünen Stellungnahme mehr zur  Transparenzoffensive der Stadtratsmitglieder lesen. Vielleicht nehmen wir es auch zu genau  … mag sein. Doch wir wollen es ja genau nehmen, weil es keine Pauschalurteile und Vorverurteilungen geben darf, weil es Zweifesfälle gibt und auch Fehler und weil jeder Einzelfall geprüft werden muss. Seriös, präzise und sachgerecht – so empfanden viele die Blickpunkt-Umfrage eben nicht. Wir haben dies zu begründen versucht – siehe unten – und hier nun auch veröffentlicht.
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Stellungnahme der GRÜNEN Fraktion vom 4.1.2017

Sehr geehrter Herr Käbisch,

ich bestätige Ihnen kurz, dass wir Ihre Blickpunkt-Umfrage an die Stadträte bekommen haben. Die Fraktion ist noch in der Weihnachtspause. Eigentlich auch ich selbst. Urlaubsbedingt die persönlichen Antworten aus unserer Fraktion also nächste Woche. Diese etwas unglückliche Fristsetzung mitten in die Weihnachtspause war so sicherlich unbeabsichtigt.

Stellungnahme der GRÜNEN Fraktion.

Die GRÜNEN haben, wie auch andere Parteien des Stadtrats,  seit längerem neue Regelungen zu Transparenz und Korruptionsprävention für die ehrenamtlich tätigen Stadtratsmitglieder gefordert. Kommunalpolitik ist, anders als die Berufspolitik im Landtag und Bundestag, ehrenamtlich. In jeder Fraktion gibt es folglich Stadtratsmitglieder, die geschäftliche Beziehungen zur Stadt oder ihren Beteiligungsgesellschaften haben oder auch als Vereinsfunktionäre gegenüber der Stadt handeln. Genau deswegen brauchen und wollen wir eine neue, klare, zeitgemäße und weitreichende Neuregelung, die über das Bestehende hinausgehen.

Es gibt also längst eine Transparenz-Offensive aus den Reihen der Stadtratsmitglieder, die für die Öffentlichkeit mehr Information und mehr Transparenz bringt als jemals zuvor. Wir setzen damit, eigeninitiativ und selbst, neue und höhere Maßstäbe (um ihre Formulierung aufzunehmen) an die ehrenamtlichen Stadtratsmitglieder als jemals zuvor und dies freiwillig und selbstverpflichtend. Das ist öffentlich bekannt. Auch OB hat ja zudem bestätigt,  dass darüber intern seit längerem gesprochen wird.

Im Ältestenrat im November wurde diese Transparenzoffensive für den Stadtrat, auf schriftliche Anträge der Grünen u.a., schließlich auch in einem Gremium behandelt. Wir gehen davon aus, dass der Oberbürgermeister, als Spitze von Stadtrat und Verwaltung aber insbesondere als Vorsitzender des Ältestenrates, auf dies im Zusammenhang mit der Blickpunkt-Umfrage selbst noch hinweisen wird. Nicht zuletzt weil er die Fraktionen ja ausdrücklich gebeten hatte, ihm bzw. der Verwaltung dafür noch mehr Zeit einzuräumen. Aktuell arbeiten Verwaltung/Beteiligungsmanagement alle Fragen die Stadtratsmitglieder betreffen sachgerecht auf. Prozess und Zeitplan für neuen, freiwilligen und selbstverpflichtenden Transparenzregeln für Stadtratsmitglieder wurden schließlich im Ältestenrat einvernehmlich zwischen allen Parteien, Verwaltung und OB festgelegt. Wie weit diese  Neuregelung inhaltlich schließlich gehen soll, wollen wir GRÜNEN öffentlich diskutieren.

Wir GRÜNEN haben gerade im letzten Jahr auf die offensichtlichen Unsicherheiten in der Praxis und im Regelwerk immer wieder aufmerksam gemacht. Unser Vorschlag ist, mit einem freiwilligen Ehrencodex (Beispiel Stuttgart, Ehrenordnung mit Anhang http://www.stuttgart.de/item/show/295881) intern mehr Regelsicherheit und öffentlich mehr Transparenz herzustellen. Zu dieser freiwilligen Selbstverpflichtung ist der parteiübergreifende Konsens wichtig und dies braucht auch Zeit. Die neue Ehrenordnung wird neben der Transparenz natürlich auch zum Schutz der ehrenamtlichen Stadtratsmitglieder (und ihrer Angehörigen) vor Verdächtigungen sowie politischer oder medialer Instrumentalisierung beitragen. So sieht es auch Transparency International.

Diese Transparenzoffensive der Stadtratsfraktionen und der politische Konsens dazu wird mit der Blickpunkt-Umfrage leider konterkariert und täuscht die Öffentlichkeit so darüber hinweg, dass die Stadtratsmitglieder sich aktiv für mehr Transparenz und mehr öffentliche Information auch in eigener Sache einsetzen – als kommunale, ehrenamtliche Mandatsträger und als Aufsichtsräte in Gesellschaften mit städtischer Beteiligung. Das müsste man positiv sehen können. Ihre Umfrage jedoch rückt die ehrenamtlichen Stadtratsmitglieder und legitime Beziehungen mit der Stadt sogar gezielt in die Nähe der aktuellen Fälle staatsanwaltlicher Ermittlungen, von Durchsuchungsbeschlüssen sowie Mandatsniederlegung ehemaliger Amtsträgern. Cui bono?

Der Fragenkatalog der Opposition, der schließlich von Ihnen angeführt wird, geht auf Sachverhalte ein, die in der Presse seit Monaten öffentlich dargestellt und diskutiert werden, zu denen sogar staatsanwaltliche Ermittlungen laufen oder – und das ist sachlich davon zu trennen – zu denen das städtische Rechtsamtes zur sachlichen Klärung angefragt wurde. Es ist daher richtig, dass im Stadtrat informiert wird, weil eben Staatsanwalt und das städtische Rechtsamt tätig wurden und es ist folgerichtig, dass hierzu der Stadtrat insgesamt und gleichermaßen informiert wird, nicht nur einzelne Stadträte einzelner Fraktionen bzw. nur die Aufsichtsratsgremien. Dass der OB dafür eine Sondersitzung des Stadtrates ansetzt ist gut und entspricht bekanntlich auch dem Vorschlag der vier Fraktionen. Aus unserer Sicht eine wichtige vertrauensbildende Maßnahme des OB und für den Ingolstädter Stadtrat.

Dies als Stellungnahme der GRÜNEN Fraktion auf die Blickpunkt-Umfrage.

In diesem Kontext kommen DANN die Antworten einzelner Stadtratsmitglieder unserer Fraktion aus dem oben genannten, sachlichen Grund dann in der nächsten Woche.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Kleine
Fraktionsvorsitzende

IN, 4.1.2017


Die Antworten der einzelnen Stadtratsmitglieder der GRÜNEN Stadtratsfraktion gingen dem Blickpunkt am 11.1.2017 zu.


Blickpunkt-Umfrage E-Mail von Hr. Hermann Käbisch (Redaktion Blickpunkt) vom 2. Januar 2017

Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,

mit Fragenkatalogen will die Opposition klären, wo Alt-Oberbürgermeister Alfred Lehmann möglicherweise mitverdiente und wie OB Christian Lösel privates Geld angelegt hat. Doch wovon leben die anderen Stadträte – auch die der Opposition – eigentlich? Wer Transparenz und Compliance-Reglungen zur Vermeidung von Mauscheleien fordert, der ist sicher auch bereit, freiwillig über seine Einkünfte, seine berufliche Tätigkeit und geschäftliche Beziehungen (auch von nahen Angehörigen) zur Stadt Ingolstadt und ihren Tochtergesellschaften Auskunft zu geben. Das hoffen wir jedenfalls und schicken jedem Mitglied des Stadtrats eine Mail, in der wir um Beantwortung der nachfolgenden Fragen bitten. Die Antworten werden hier und in der nächsten gedruckten Ausgabe unserer Monatszeitung Blickpunkt veröffentlicht.

Unsere Fragen an die Stadträte

  • Welchen Beruf üben Sie neben Ihrer Stadtratstätigkeit aus? Was ist Ihr erlernter Beruf? Gibt es in Ihrem beruflichen Umfeld Kontakte und/oder wirtschaftliche Beziehungen zur Stadt Ingolstadt und deren Tochtergesellschaften oder Institutionen oder Firmen, an denen die Stadt Ingolstadt oder deren Tochtergesellschaften beteiligt sind (z. B Anstellung bei einer städtischen Tochtergesellschaft)?
  • Haben nahe Familienangehörige (Partner oder Abkömmlinge) wirtschaftliche Kontakte oder Beziehungen der vorbezeichneten Art?
  • Haben Sie als Stadtrat (Stadträtin) über Anträge abzustimmen/abgestimmt, die Ihren Arbeitgeber oder Geschäftspartner betreffen (z. B. Auftragsvergabe, Grundstücke im Bereich eines Bebauungsplanes oder Bahnhalt für Audi)?
  • Erzielen Sie oder ein naher Angehöriger Einkünfte aus Tätigkeiten, die gesellschaftlich nicht unumstritten sind (z.B. Geschäfte unter Einbeziehung von Strafgefangenen (Fall Haderthauer) oder Vermietung von Mobilhomes an Flüchtlinge (Bericht der SZ über Christian Lange))?

Selbstverständlich sind Sie zur Beantwortung dieser Fragen nicht verpflichtet. Aber bedenken Sie bitte, welche Maßstäbe Sie bei anderen anlegen und ob Sie diese auch für sich selbst gelten lassen möchten.

Ihrer Antwort (möglichst bis 9. Januar 2017) sehen wir mit Interesse entgegen.

Mit freundlichen Grüßen

Hermann Käbisch (Redaktion Blickpunkt)

kurator.in fragt nach Bürgerbeteiligung

dallwigk-hochLieber Christian Pauling,
liebes Kollektiv von kurator.in

danke für Euren offenen Brief  zur Bürgerbeteiligung für das Gießereigelände und das Kavalier Dallwigk.

Eure Frage | Wie stehen Sie selbst zu einer größeren Einbindung der Bürgerschaft in Gestaltungsprozesse? Und wie könnten Sie sich eine Bürgerbeteiligung am Beispiel des Kavalier Dallwigk vorstellen?

Die kurze Antwort | Für eine echte Bürgerbeteiligung mit gestaltender Kraft ist es beim Dalwigk zu spät. Entscheidungen sind gefallen, die Stadtratsmehrheit hat dabei kurzfristig noch einmal das städtebauliche Konzept gravierend geändert, das für das prestigeträchtige Gießereigelände mit einem öffentlichen Wettbewerb und gesetzlicher Bürgerbeteiligung gefunden worden war. Gegen meine/grüne Stimmen, aber eben mit Mehrheit. Ergebnis: Städtebauliches Quartiers-Leitbild verworfen, ohne neue Vision oder Idee – ein Qualitätsverlust für diese besondere Stadtentwicklungsfläche!

Es können jetzt zwar noch Interessen formuliert und konkrete Idee zur Ausgestaltung des digitalen Gründerzentrums eingebracht werden – dazu habe ich auf der kurator.in-Ideenplattform etwas eingetragen und auch unten noch einmal – doch nur mit begrenztem demokratischem Charme und wenig Wirkkraft für das Gesamte. Vielleicht gibt es so noch konkrete, kleine Vorteile für künftige Nutzung durch junge Kreative, die nicht an ein Start-Up oder an die Hochschule gebunden sind. Mehr von diesem Beitrag lesen

How to make Party | Discopaten im Amadeus

martin-tomiak

Martin Tomiak | Diskothek Amadeus | Discopaten – ein Modell für „freundlich feiern“

Eigentlich ganz einfach. Es geht um das „How to make Party“. Doch wie bringt man dieses Know-how an junge Flüchtlinge und Asylbewerber, um künftig Missverständnissen, Übergriffen oder Ärger vorzubeugen, um gemeinsam freundlich zu feiern. Ich war beim Info-Treffen für die Discopaten im Amadeus.

Sex and Drugs and Rock n‘ Roll und gutes Benehmen

Martin Tomiak, erklärt die Discopaten:  Freiwillige bieten sich an, speziell junge Flüchtlinge im Amadeus zu begleiten. Außerdem sollen künftig auch Asylbewerber mit den Amadeus-Türstehern am Eingang präsent sein. Eine gute Idee, die sogar Spaß machen kann – sie kann aber auch schief gehen und mal schwierig werden. Mehr von diesem Beitrag lesen

Aufstiegsfeier FC Ingolstadt 04 | Skepsis Erleichterung Begeisterung!

Peter Jackwerth - nur noch Freude!

Peter Jackwerth – völlig außer sich und immer nah am Team.

Aufstiegsfeier des FC Ingolstadt 04 – wer hätte das gedacht, überhaupt und so schnell – erste Bundesliga! Mich hat es wirklich gefreut für die, die diese Vision hatten und drangeblieben sind. Erste Bundesliga! Herzlichen Glückwunsch!

2009 stand vieles noch Spitz auf Knopf. Der FC 04 torkelte zwischen zweiter und dritter Liga. Im Stadtrat – also meinem „Spielfeld“ – musste gleichzeitig die finanzielle Zukunft solide dargestellt werden und diese hing ja nicht zuletzt vom sportlichen Erfolg und entsprechendem Sponsoring ab. Wie bewertet man die Zukunft eines Fußballclubs, speziell des des FC 04?   Mehr von diesem Beitrag lesen

Städte für Menschen | Jan Gehl | Ein kleiner Film zu seiner Idee

Der Architekt und Stadtplaner Jan Gehl, der Städte ausdrücklich für Menschen plant, war im Mai in München. Als Gast des Magazin Baumeister hat er seine Visionen vorgestellt. „Man muss die Happy-City-Visionen des Dänen nicht teilen. Klar ist aber: Jan Gehl hat eine klare Vorstellung der – für ihn – idealen Stadt,“ so das Magazin.
Hier der Film über die Veranstaltung und seine Idee der lebenswerten, menschengerechten Stadt.

„Gute Architektur ist die Interaktion zwischen Form und Leben.“ Jan Gehl

Quelle: https://www.baumeister.de/baumeister-meets-jan-gehl-der-film/ Danke dafür!

Das Dreieck von Ingolstadt

Das Bermudadreieck kennen in ingolstadt alle*. Künftig gibt es auch das akademische Dreieck Ingolstadts, und das hat ganz viel mit gutem Bauen in unserer Stadt  zu tun.

Das akademische Dreieck

Das akademische Dreieck

Alles auf einen (Panorama)Blick

Die Bilder zeigen den Blick aus dem künftigen Panoramafenster im 1. Stock des neuen Anbaus, Museumsdirektorin Dr. Marion Ruisinger beschreibt dies als „das Akademische Dreieck der Stadt Ingolstadt auf einen Blick“. Rechts noch zu sehen ein Teil des Daches der Hohen Schule, links das Münster und der eigene Standort im DMM.

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Der Clinch der Bosse – ein Leserbrief aus der BI „5 vor 12“

Folgenden Leserbrief schrieb Joachim H. Hägel, Architekt und Sprecher der BI „5 vor 12“,  zu „Bosse im Clinch“ wie der DK seinen Beitrag vom 01.08.2012 titelte.  Es geht noch einmal zusammenfassend um den Streit zwischen Denkmalschutz und Rathausspitze zum neuen Hotelbau auf dem Gießereigelände. Die heftige Kontorverse hat die Öffentlichkeit und die Medien bayernweit bewegt, da die Bauten des Gießereigelände direkt neben dem Neuen Schloß entstehen sollen, einem historisch wichtigen Denkmal nicht nur für Ingolstadt.
Der vollständige Text des Leserbriefs hier.

Und hier der Link zur Sendung des BR-Magazins Capriccio  http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/capriccio/baustelle-ingolstadt100.html mit Stadtheimatpfleger Tobias Schönauer, Joachim Hägel von der BI und Grünen-Stadträtin Petra Kleine.

Es tut sich etwas für die Kultur- und Kreativwirtschaft in Ingolstadt

Nach den ersten Impulsen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft (KuK), dem Kunstverein IN und von der Konferenz der IRMA zur Wertschöpfungsstudie (hier war die KuK ja zunächst kein Thema, doch dann: s. hier) gibt es nun Erfolge und auch hervorragende nachhaltige Impulse vor allem aus der IFG – Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft, der Stadtplanung und dem Kulturreferat der Stadt Ingolstadt – und last but not least  aus der KuK selbst, die all diese Prozesse angestoßen hat oder begleitet. Hier nun die aktuellen Informationen aus Ingolstadt und der Region. Mehr von diesem Beitrag lesen

Grüner Neujahrsempfang 2012

Im Januar haben die Ingolstädter Grünen das Neue Jahr 2012 wieder mit einem Neujahrsempfang eröffnet. Im Mittelpunkt standen die politischen Reden und die Ausstellung „Jazz in the City“ von Reinhard Dorn. Meine Neujahrsrede als Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Stadtrat kann man hier nachlesen.  Schwerpunkt für das Neue Jahr ist #Open Government für Ingolstadt – also mehr Beteiligung und Transparenz mit zeitgemäßen Technologien und Modellen. Hier zwei Links zu Open Government:
Fachgespräch Open Government der Grünen im Landtag
Chancen des Government 2.0 – Artikel von Anke Domscheit-Berg zum Open Government